Interreg ornament
CEPI
institution

Projektevents

Studentenaustausch in Keszthely

7. - 8. Juni 2018

Jährliche Studierendenaustausche bilden einen wichtigen Teil des CEPI Projekts. Das Ziel dieser Veranstaltungen ist es, den Studierenden die praktischen Aktivitäten sowie die damit zusammenhängende Infrastruktur der Partneruniversität näher zu bringen. Außerdem wird auf diese Art und Weise ermöglicht, Kenntnisse zu erwerben, die über das vermittelte Wissen des Grundstudiums hinaus gehen. Mit diesem Ziel vor Augen empfing die Pannonische Universität am 7. und 8. Juni 2018 zehn Studierende der Vetmeduni.

Der erste Tag der Veranstaltung startete mit Vorträgen von Lektoren der Abteilung Tierwissenschaften der Pannonischen Universität. Károly Dublecz, der CEPI-Projektleiter, stellte den Studierenden die Universität und insbesondere die Georgikon Fakultät vor. Professor Dublecz gab einen Überblick über die vorhandene Infrastruktur und die aktuellen Forschungstätigkeiten, außerdem fasste er die wichtigsten Merkmale des ungarischen Geflügelsektors zusammen.

Der CEPI-Projektmitarbeiter Andor Molnár berichtete in seinem Vortrag „Campylobacter, a challenge for the poultry sector” über die Relevanz von pathogenen Darmkeimen für die Lebensmittelsicherheit. Diese Bakterien stellen seit dem Verbot von antibiotischen Leistungsförderern eine besondere Herausforderung für den Geflügelsektor dar. Dr. Molnár unterstrich in seiner Präsentation den Einfluss der Ernährung auf die Darmflora und auf Campylobacter.

László Pál, Koordinator des CEPI-Arbeitspakets Geflügelernährung betonte in seinem Vortrag mit dem Titel „Early nutrition strategies” wie wichtig es ist, dass Eintagsküken sofort mit Futter versorgt werden.

Diese beiden oben erwähnten Themen stellen wichtige praktische Aspekte der Geflügelernährung und -gesundheit dar, die, wenn überhaupt, im Grundstudium der Veterinärmedizin nur am Rande behandelt werden. 

Nach den Präsentationen besuchten die Studierenden das Futtermittelanalysenlabor, wo wichtige analytische Methoden und die dafür eingesetzten Geräte präsentiert wurden. Im Detail wurden ein Viskosimeter (ein spezielles Gerät zur Messung der Viskosität) sowie ein Bombenkalorimeter vorgestellt. Beide, mit Projekt-Ressourcen angeschafften, Geräten ermöglichen es, wichtige Informationen bei Untersuchungen zur Geflügelernährung und ‑gesundheit zu sammeln.

Im Tierversuchsstall konnten die StudentInnen einen Einblick in einen laufenden Fütterungsversuch bekommen und wurden über die Haltungsbedingungen sowie über das Versuchsmanagement informiert. Außerdem konnten die Gäste den Tätigkeiten bei einem laufenden Verdauungsversuch sowie der Einstallung einer Entenherde beiwohnen.

Den Abschluss des ersten Tages bildete ein Managementmeeting der CEPI-MitarbeiterInnen im Resort der Pannonischen Universität am Plattensee. Außerdem hatten die Gäste die Möglichkeit auf dem Plattensee zu rudern. Nach dem die Sturmwarnung erst gerade aufgehoben wurde, wurde die Teamfähigkeit dabei ordentlich gefordert!

Am zweiten Tag der Veranstaltung wurde die Brüterei der Bábolna Tetra Kft. in Uraiújfalu besucht. Dieses Unternehmen gehört zu den weltweit führenden Legehybridzuchtfirmen. Das Vorgängerunternehmen befand sich im ungarischen Staatsbesitz und kann mit mehr als 200 Jahren Tierzuchterfahrung aufwarten. Die Firma ist mit seinen Produkten, Logistikzentren und der Genetik seiner Tiere auf vier Kontinenten vertreten. Die Brüterei wurde den Gästen zuerst in einer Video-Präsentation vorgestellt, danach hatten sie die Möglichkeit, von einer modernen Besuchergallerie aus die Sortierung und Impfung von Eintagsküken  zu verfolgen. Danach stellte der Leiter der Brüterei, Gergő Keller, verschiedene Aspekte der Bruttechnik vor. Im anschließenden Gespräch wurden den interessierten Studierenden die aktuellen Impfprogramme näher gebracht.

Als Nächstes stand ein Besuch beim Futter- und Vormischungshersteller UBM Kft. in Szeleste auf dem Programm. Nach einer Investition von 1 Mrd. Forint wurde 2015 die neue Anlage eröffnet.  Die modernste Futtermühle mit der höchsten Kapazität der ungarischen Region Transdanubien  produziert 168 000 Tonnen Futtermittel pro Jahr. Die Produktionskapazität beträgt 30 Tonnen pro Stunde, es werden 40 Futtermittelsorten für vier verschiedene Tierarten hergestellt. Nach einer kurzen Vorstellung des Werks wurde der gesamte Prozess der Futtermittelherstellung, vom Rohmaterial zum fertigen Produkt, im Detail erklärt und konnte über sieben Stockwerke des Werks verfolgt werden. Die Besucher wurden dabei vom technischen Direktor von UBM Feed, Kázmér Csaba Ács, geführt.

Den letzten Programmpunkt des fachlichen Teils der Veranstaltung bildete der Besuch des Putenbetriebs  „Pannon Turkey“ in Jánosháza. Gábor Molnár, der Besitzer, führte über das Betriebsgelände, auf dem Puten verschiedener Altersstufen in unterschiedlich ausgestatteten Ställen gehalten werden. Die Besucher erhielten detaillierte Informationen über die praktischen Aspekte der Putenhaltung sowie über die speziellen Herausforderungen dieser Branche. Das Austauschprogramm wurde festlich mit einem Mittagessen im Restaurant des Festetich Schlosshotels beendet.


2. CEPI Fachkonferenz in Wien

1. Dezember 2017

Am 1. Dezember 2017 fand an der Vetmeduni Vienna ein internationales Symposium zu den Themen Aviäre Influenza und Schwarzkopfkrankheit statt. Organisiert wurde diese Veranstaltung von der Vetmeduni Vienna zusammen mit der Pannonischen Universität (Ungarn).

Geladene Vortragende aus Österreich, Ungarn Frankreich und Deutschland teilten ihr Wissen mit einem Publikum aus WissenschaftlerInnen, UniversitätslektorInnen und weiteren ExpertInnen aus verschiedenen Teilgebieten der Geflügelproduktion und ‑verarbeitung.

Attila Csorbai, Vorsitzender des ungarischen Geflügelrates, beschrieb die Situation der ungarischen Geflügelproduktion nach dem aviären Influenza-Ausbruch von 2016/17 und die daraus gezogenen Konsequenzen. Die ungarische Geflügelindustrie erlitt signifikante Verluste im Bezug auf Zuchtbestände und Endprodukte sowie der sinkenden Nachfrage. Betroffene und gefährdete Bestände wurden gekeult, den Betrieben wurde von Seiten des Staates eine Kompensation angeboten. Als Lehre aus diesem Szenario wurden strengere Seuchenbekämpfungsmaßnahmen implementiert.

Nicolas Eterradossi, Direktor des Labors der Französischen Agentur für Nahrungssicherheit, Umwelt‑ und Arbeitsschutz (ANSES) in Ploufragan-Plouzané, beschrieb die epidemiologischen Muster der aviären Influenza‑Ausbrüche in Frankreich 2015/16 und 2016/17. Dem ersten Ausbruch ging eine asymptomatische Phase von mehreren Jahren voraus, in der Enten bereits mit dem Virus infiziert waren. Die epidemischen Wellen hatten ihren Ursprung in Hobbyhaltungen, jedoch übertrug sich die Krankheit rasch auf kommerzielle Bestände von Wasservögeln und Hühnervögeln, wo sie sich rapide verbreitete. Aufgrund dieser Tatsache verschärften die französischen Behörden die Seuchenüberwachungs‑ und Seuchenbekämpfungsmaßnahmen speziell bei Enten, die für die Produktion von Foie Gras gehalten werden und die durch die Freilandhaltung sowie regelmäßige Verbringung besonders infektionsgefährdet sind.

Zsolt Terjék von der Abteilung für veterinärmedizinische Untersuchungen des ungarischen Amts für Lebensmittelsicherheit wies auf die enormen Kosten hin, die mit der Keulung infizierter Bestände, der Entsorgung der Futtermittel, der Desinfektion und des entstehenden Arbeitsaufwands verbunden sind. Er erwähnte, dass von Seiten der ungarischen Behörden erhebliche Anstrengungen unternommen wurden, um das Auftreten von neuen Fällen zu verhindern. Außerdem wurden die Erfahrungen aus Frankreich und die Empfehlungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) berücksichtigt.

Monika Pandur und Szilvia Hajnal, Vertreterinnen der ungarischen Unternehmen Orvia und Napsugár-Trade, referierten über die Produktion und Haltung von Wasservögeln und die Aktivitäten des Runden Tisches zum Thema Biosicherheit, der durch diese Firmen in Ungarn ins Leben gerufen wurde. Das vorrangige Ziel dieses Runden Tisches ist es, Produzenten zu ermöglichen, effektive Seuchenbekämpfungsmaßnahmen umzusetzen. So wurden Experten für Seuchenbekämpfung und ‑management eingeladen, über die Epidemiologie der aviären Influenza aufzuklären. Außerdem informierten sie über die korrekte Anwendung von Desinfektionsmitteln, Hygienemaßnahmen betreffend Personal und Fahrzeugen sowie Maßnahmen zur Rattenbekämpfung.

Eveline Wodak vom nationalen Referenzlabor für aviäre Influenza der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), beschrieb den Ausbruch der aviären Influenza in Österreich. Hochpathogene Erreger des Subtyps H5N1 wurden 2006 in Wildvögeln gefunden. 2013 wurde derselbe Subtyp in illegal importierten Wildvögeln entdeckt. 2016/17 trat der Subtyp H5N8 ebenfalls in Wildvögeln, sowie in einem kleinen Putenbetrieb am Bodensee und in einem Hobbybetrieb mit Hühnerfreilandhaltung im Burgenland auf. Von Jänner bis März 2017 unterlagen in Österreich sämtliche Geflügelbestände einer Stallpflicht.

Christoph Ahrens, Vertreter des Unternehmens AniCon Vorsorge GmbH (Deutschland), informierte über die sachgerechte Keulung von Tierbeständen als Teil einer erfolgreichen Seuchenbekämpfung. Die Tötung muss von geschultem Personal in Schutzkleidung durchgeführt werden und Tierleid muss vermieden werden. Umgebungskontamination und Luftverschmutzung müssen während des Vorgangs vermieden werden. Das Unternehmen hat für verschiedene Arten von Geflügelhaltungen bzw. Bestandsgrößen passende Systeme etabliert.

Anja Joachim, Leiterin des Instituts für Parasitologie an der Vetmeduni Vienna, unterstrich die Wichtigkeit der Desinfektion bei der Prävention von parasitären Infektionen. Sie hob auch hervor, dass es zu keiner Verunreinigung des Futtermittels mit Tierfäkalien kommen darf und dass für die Reinigung der Tierställe die Verwendung von 130 °C heißem Wasser am effizientesten ist.

Ivana Bilic, Wissenschaftlerin an der Klinik für Geflügel und Fische (Vetmeduni Vienna) hielt eine Präsentation über die Genetik von Histomonas meleagridis (Erreger der Schwarzkopfkrankheit). Aktuellen Erkenntnissen zu Folge existieren zwei Genotypen. Durch Transkriptom‑ und Proteomanalysen konnte man Unterschiede zwischen attenuierten und virulenten Histomonaden beschreiben.

Dieter Liebhart, Assistenzprofessor an der Klink für Geflügel und Fische der Vetmeduni Vienna, informierte über Diagnostik und Monitoring von Histomonas meleagridis. Dem Verbot von Nitroimidazol 1995 folgte 2002 ein Verbot von Nitrofuran-Derivaten, die zur Prävention verabreicht wurden. Dieses Vorgehen hatte zur Folge, dass die Zahl der Histomonosefälle rapide zunahm. Besonders in den letzten zwei Jahren waren in Österreich vermehrt Putenbestände betroffen. Die Infektionsrate in Legehennenherden wurde mit serologischen Methoden untersucht. Im Falle von Bodenhaltung wurden bei 29,7 % der Tiere Antikörper gegen H. meleagridis festgestellt, bei Freilandhaltung bei 40,9 % und bei Bio-Freilandhaltung bei 57,2 % der Tiere.

Harald Schliessnig, Geschäftsführer der Österreichischen Qualitätsgeflügelvereinigung (QGV), beschrieb die Merkmale der Putenproduktion in Österreich. Seit 2012 werden ausschließlich GVO‑freie Futtermitteln verwendet. Die maximal erlaubte Besatzdichte bei konventioneller Produktion sind 40 Puten/m2. Insgesamt werden 76 000 Puten in 33 Bio-Betrieben gehalten. Zu den Aufgaben der QGV als anerkannter Geflügelgesundheitsdienst gehört unter anderem die Etablierung von Tiergesundheits-Programmen. Kürzlich wurde ein neues Programm ins Leben gerufen, um die durch Histomonose entstehenden Herausforderungen zu bewältigen.


CEPI StudentInnenaustausch im Dezember 2017

1. - 2. Dezember 2017

Im Rahmen von CEPI wurden bereits mehrere Austauschprogramme erfolgreich umgesetzt. Das Ziel dieser Veranstaltungen ist es, den StudentInnen die Möglichkeit zu geben, sich zusätzliches Wissen abseits des Studienplans anzueignen. Diese neu gewonnen Kenntnisse umfassen unter anderem spezifische Charakteristika des Geflügelsektors des jeweils andern Landes sowie Herausforderungen und entsprechende Lösungsansätze im Betrieb von Produktionsunternehmen. Zusätzlich haben die StudenInnen die Möglichkeit, einen Einblick in die Aktivitäten und die damit zusammenhängende Infrastruktur der jeweiligen Partneruniversität zu bekommen. Beim StudentInnenaustauschs im Dezember 2017 wurden aktuelle Themen der Putenproduktion und Aufzucht behandelt.

Zu Beginn der Veranstaltung stellte Prof. Dr. Dr. hc Michael Hess, Leiter der Geflügelklinik an der Vetmeduni Vienna, die Geschichte der Universität im Allgemeinen sowie der Klinik im Speziellen vor. Prof. Hess erklärte den TeilnehmerInnen die Schwerpunkte der Klinik, die Untersuchungen die durchgeführt werden sowie die damit zusammenhängende Infrastruktur.

In einer anschließenden Führung wurden die Molekularbiologie, Parasitologie-, Bakteriologie-, Histologie-, und Serologie-Labore besichtigt. Das MALDI-TOF Massenspektrometer, das bei der Führung ebenfalls vorgestellt wurde, ermöglicht es der Klinik neue Gebiete in der Forschung zu erschließen. Außerdem ist es damit möglich, innovative diagnostische Methoden anzuwenden, die die Geflügelklinik zu einer der führenden Institutionen in ihrem Bereich in Europa machen.

Der Führung durch die Geflügelklinik der Vetmeduni Vienna folgte ein Besuch der Pöttelsdorfer Putenspezialitäten GmbH, eines Putenschlachthofs im Burgenland. Dieser Schlachtbetrieb ist Teil einer Integration verschiedener lokaler Unternehmen. Die Tierärztin des Unternehmens, Frau Dr. Bärbel Mägdefrau-Pollan, stellte die Struktur dieser Integration vor. Außerdem zeigte sie wichtige Fragestellungen zur Geflügelgesundheit und andere aktuelle Herausforderungen des österreichischen Putensektors auf.

Das Programm wurde mit einer Besichtigung eines Zulieferbetriebs der vorgestellten    Integration fortgesetzt. Franz Haider, der Besitzer des Putenbetriebs in Kleinfrauenhaid führte durch zwei Stallungen der 4-5 Wochen alten Tiere und stellte die damit zusammenhängende Infrastruktur vor. Außerdem wurden den TeilnehmerInnen im Zuge der Exkursion praktische Aspekte der österreichischen Putenhaltung nähergebracht.

Zum großen Vorteil der StudentInnen hatten sie die Möglichkeit, zusammen mit Fachleuten an der Veranstaltung teilzunehmen. So konnten Fragen vor Ort diskutiert werden, die im Zuge der praktischen Aktivitäten auftraten. Außerdem konnten die ungarischen StudentInnen von Ungarischen ExpertInnen aus erster Hand erfahren, welche aktuellen Herausforderungen und Lösungsansätze im heimischen Geflügelsektor existieren.

Den Abschluss der Veranstaltung machte ein gemeinsamer Besuch des familiär geführten Liszt-Heurigen, der in Leithaprodersdorf (Burgenland) lokale Produkte verarbeitet.


Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Information